Klassenergebnisse 8 b, 2007
Poster von 2007, 8 b
Die Rosskastanienminiermotte
Der Falter ist ein Kleinschmetterling und ist etwa fünf Millimeter lang und besitzt eine Vorderflügellänge von ca. 3,5 Millimeter. Diese Art besitzt lange schwarz-weiß geringelte Fühler. Auffällig ist das federartige Ende der Hinterflügel. Es handelt sich dabei um einen kleinen Falter mit einem gut ausgebildeten Saugrüssel und langen Antennen. In der Ruhestellung wird der Vorderkörper meist angehoben. Die Raupen der Miniermotten sind oftmals sehr flach und besitzen nach vorn gerichtete Mandibeln (Mundwerkzeug).
Die Raupen leben dabei als Minierer in Blättern. Die Raupen des ersten Larvenstadiums besitzen meist Mandibel, die ein Anstechen und Aussaugen von Zellen ermöglichen. Sie ändern sich dann bei den späteren Larvenstadien. Dadurch können Larven unterschiedlichen Alters sehr verschieden aussehen (Polymetabolie). Die ältesten Larvenstadien leben bei vielen Arten in eingerollten Blättern und benagen deren Innenseite.

Entwicklung
Die Weibchen legen etwa 20 bis 40 weiße, abgeflachte Eier auf der Blattoberseite ab. Es wurden pro Kastanienblatt bis zu 300 Eier beobachtet. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Junglarven. Sie minieren - fressen sich also einen Gang von ein bis zwei Millimeter Länge. Die Minen der Larven können 30 bis 40 Millimeter groß werden.


Schaden

In Mitteleuropa verursacht sie die so genannte "Kastanienkrankheit". Die Miniermotte befällt grundsätzlich die Weißblütige Rosskastanie (Gewöhnliche Rosskastanie), die sich in Mitteleuropa in Park- und Gartenanlagen befindet. Die Falter schlüpfen etwa Mitte April.
Die Kastanienblätter enthalten weißliche Flecken, die immer größer werden. Das sind die Minen (=Gänge) der Larven. Dann werden die Kastanienblätter braun und können von Bakterien befallen werden. Die Kastanienblätter bauen keine Nährstoffe mehr auf. So werden ihre Früchte, die Kastanien, kleiner. Was geschieht, wenn die nicht mehr keimen?


Feinde
Der größte Feind der Rosskastanienminiermotte sind die Blau- und Kohlmeise. Sie fressen
die Miniermotte.
Sie kommt aus Südosteuropa. Sie hat hier keine natürlichen Feinde, deshalb hat sie sich so sehr vermehrt (Massenvermehrung). Sie überwintert in einem Kokon im Blatt! Die Eier werden im nächsten Frühjahr auf das Blatt gelegt und die Larven müssen sich erst in das Blatt hinein fressen.


© Carina Hannig und Janina Janke


Kann man mit Pheromonfallen den Kastanienbefall reduzieren?
Pheromone sind die Sexuallockstoffe der Insekten. Sie dienen der Anlockung der Männchen. Das Locken über Duftstoffe, die die Schmetterlinge extrem gut riechen können, wir hier zum Einfange ausgenutzt. Fallen die Männchen erst einmal in die Falle, begatten sie kein Weibchen mehr.

© Mirko Konstantin, Sören Seeba, Malte Brodersen und Lukas thom Suden


Es gibt auch andere Miniermotten
Es gibt nicht nur die eine Miniermottenart, die die Rosskastanie schädigt.
Von den etwa 1000 Miniermottenarten, die es weltweit gibt, wollen wir einige vorstellen.
Zu den Echten Miniermotten gehören Ahornmotte, Azaleemotte, Fliedermotte, Buchenminiermotte.
Buchenminiermotte
Die Buchenminiermotte ist eine sehr häufige Art aus der Familie der Miniermotten. Die Larven dieser Motte leben als Minierer vor allem in den Blättern von Buchen. Dabei bilden sie charakteristische Fraßbilder zwischen jeweils zwei Rippen des Blattes, das durch einen Fadenzug nach innen gerollt wird. Die Verpuppung erfolgt in einem Seidengespinnst und die Puppe stellt das überwinternde Stadium der Tiere dar.
Ahornmotte
Die Ahornmotte ist ebenfalls eine Art aus der Familie der Miniermotten. Sie erreicht eine Flügelspannweite von etwa 12 Millimetern und hat auffällig zimtrote Vorderflügel. Am häufigsten zu sehen ist sie in den Sommermonaten. Die Larven der Ahornmotte leben als Minierer vornehmlich in den Blättern des Bergahorns. Dabei minieren sie während der ersten Larvenstadien innerhalb des Blattes und bauen sich im letzten Larvenstadium eine tütenförmige Rolle.

Eichenrindenminiermotte
Auch die Eichenrindenminiermotte gehört zu der Familie der Miniermotten. Dabei handelt es sich um einen kleinen Falter, der vor allem in den Monaten Juni bis Juli zu sehen ist. Die sehr flach gebauten Raupen leben als Minierer in der Rinde von jungen Eichen. Die Segmente besitzen auf der Bauch- und auf der Rückenseite raue Kriechplatten. Die Überwinterung erfolgt als Raupe, die Verpuppung in der Minenkammer unter einem Seidengespinst. Beim Eintrocknen der Rinde platzt diese auf und gibt die Falter frei. In größerer Zahl können die Eichenrindenminiermotten einen erheblichen Schaden hervorrufen.

© Nicole Grabicki und Özlem Sahbudak


Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

Familie: Miniermotten (Gracillariida)

Unterfamilie: Echte Miniermotte (Gracilariinae)

Gattung: Rosskastanienminiermotte


Herkunft
Die Miniermotte kommt ursprünglich aus dem Balkan. Daher ist sie auch unter dem Namen Balkan-Miniermotte bekannt. Die Miniermotte breitete sich wellenförmig vom Balkan nach Westeuropa aus. Sie ist nicht nur in Deutschland zu einem schwerwiegenden Problem geworden, sondern auch in z.B. Belgien und den Niederlanden. Sie überlebt bei uns, da die Winter meist nicht so hart sind und sie so nicht erfriert

Befall
Die Miniermotte befällt grundsätzlich die weißblütige Rosskastanie. Die Rotblühende enthält Stoffe, die für die Kastanienminiermotte giftig sind.

© Wiebke Plückhahn, Halina Koschinski, Ann-Christin Schuldt, Nele Zydziak


Larven
Die Larven der Miniermotte sind abgeplattet und haben 12 Segmente. Nachdem die Larve im Blatt ist, frisst sich einen Gang im Blatt (sie minieren) parallel entlang eines Blattnervs, dann führt sie ihn seitlich weiter. In den zwei weiteren Larvenstadien baut die Larve die Mine in einem Durchmesser von bis zu acht Millimetern kreisrund aus. Im vierten und fünften Larvenstadium sind die Larven nicht mehr abgeplattet sondern rundlich. Die Mine der Larve kann 30 bis 40 Millimeter groß werden und zwei Seitennerven des Kastanienblattes mit einschließen. Bei starkem Befall des Kastanienblattes können auch Gemeinschaftsminen entstehen, in denen sich mehrere Larven entwickeln.

Puppen
Das Stadium, in dem sich die Larven zu uhebeginnt nach der Vollendung des fünften Larvenstadiums, die darauf folgende Ruhezeit nennt man Puppenruhe, sie beträgt im Sommer etwa 12 manchmal sogar bis zu 16 Tagen und bei der Generation, die überwintern muss, sind es bis zu sechs Monate.

Imago
Die ausgewachsene Miniermotte (Imago) ist etwa fünf Millimeter groß und hat eine Vorderflügellänge von 3,5 Millimeter. Sie besitzt außerdem lange schwarz-weiß geringelte Fühler und drei weiße Querbänder auf den Forderflügeln. Auffällig ist außerdem das federartige Ende der Hinterflügel. Bei der Miniermotte gibt es in einem Jahr meistens drei sich überlappende Generationen und zwar im Mai, Juli und September.

© Morten Scheele, Vincent Ramin, Jermaine Guttau, Sven Schröder



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