Die
Rosskastanienminiermotte
Der Falter ist ein Kleinschmetterling und ist etwa fünf Millimeter
lang und besitzt eine Vorderflügellänge von ca. 3,5 Millimeter.
Diese Art besitzt lange schwarz-weiß geringelte Fühler. Auffällig
ist das federartige Ende der Hinterflügel. Es handelt sich dabei um
einen kleinen Falter mit einem gut ausgebildeten Saugrüssel und langen
Antennen. In der Ruhestellung wird der Vorderkörper meist angehoben.
Die Raupen der Miniermotten sind oftmals sehr flach und besitzen nach vorn
gerichtete Mandibeln (Mundwerkzeug).
Die Raupen leben dabei als Minierer in Blättern. Die Raupen des ersten
Larvenstadiums besitzen meist Mandibel, die ein Anstechen und Aussaugen
von Zellen ermöglichen. Sie ändern sich dann bei den späteren
Larvenstadien. Dadurch können Larven unterschiedlichen Alters sehr
verschieden aussehen (Polymetabolie). Die ältesten Larvenstadien leben
bei vielen Arten in eingerollten Blättern und benagen deren Innenseite.
Entwicklung
Die Weibchen legen etwa 20 bis 40 weiße, abgeflachte Eier auf der
Blattoberseite ab. Es wurden pro Kastanienblatt bis zu 300 Eier beobachtet.
Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Junglarven. Sie minieren - fressen
sich also einen Gang von ein bis zwei Millimeter Länge. Die Minen
der Larven können 30 bis 40 Millimeter groß werden.
Schaden
In Mitteleuropa verursacht sie die so genannte "Kastanienkrankheit".
Die Miniermotte befällt grundsätzlich die Weißblütige
Rosskastanie (Gewöhnliche Rosskastanie), die sich in Mitteleuropa
in Park- und Gartenanlagen befindet. Die Falter schlüpfen etwa Mitte
April.
Die Kastanienblätter enthalten weißliche Flecken, die immer
größer werden. Das sind die Minen (=Gänge) der Larven.
Dann werden die Kastanienblätter braun und können von Bakterien
befallen werden. Die Kastanienblätter bauen keine Nährstoffe
mehr auf. So werden ihre Früchte, die Kastanien, kleiner. Was geschieht,
wenn die nicht mehr keimen?
Feinde
Der größte Feind der Rosskastanienminiermotte sind die Blau-
und Kohlmeise. Sie fressen
die Miniermotte.
Sie kommt aus Südosteuropa. Sie hat hier keine natürlichen Feinde,
deshalb hat sie sich so sehr vermehrt (Massenvermehrung). Sie überwintert
in einem Kokon im Blatt! Die Eier werden im nächsten Frühjahr
auf das Blatt gelegt und die Larven müssen sich erst in das Blatt
hinein fressen.
© Carina Hannig und Janina Janke
Kann man
mit Pheromonfallen den Kastanienbefall reduzieren?
Pheromone sind die Sexuallockstoffe der Insekten. Sie dienen der Anlockung
der Männchen. Das Locken über Duftstoffe, die die Schmetterlinge
extrem gut riechen können, wir hier zum Einfange ausgenutzt. Fallen
die Männchen erst einmal in die Falle, begatten sie kein Weibchen
mehr.
© Mirko
Konstantin, Sören Seeba, Malte Brodersen und Lukas thom Suden
Es gibt
auch andere Miniermotten
Es gibt nicht nur die eine Miniermottenart, die die Rosskastanie schädigt.
Von den etwa 1000 Miniermottenarten, die es weltweit gibt, wollen wir
einige vorstellen.
Zu den Echten Miniermotten gehören Ahornmotte, Azaleemotte, Fliedermotte,
Buchenminiermotte.
Buchenminiermotte
Die Buchenminiermotte ist eine sehr häufige Art aus der Familie der
Miniermotten. Die Larven dieser Motte leben als Minierer vor allem in
den Blättern von Buchen. Dabei bilden sie charakteristische Fraßbilder
zwischen jeweils zwei Rippen des Blattes, das durch einen Fadenzug nach
innen gerollt wird. Die Verpuppung erfolgt in einem Seidengespinnst und
die Puppe stellt das überwinternde Stadium der Tiere dar.
Ahornmotte
Die Ahornmotte ist ebenfalls eine Art aus der Familie der Miniermotten.
Sie erreicht eine Flügelspannweite von etwa 12 Millimetern und hat
auffällig zimtrote Vorderflügel. Am häufigsten zu sehen
ist sie in den Sommermonaten. Die Larven der Ahornmotte leben als Minierer
vornehmlich in den Blättern des Bergahorns. Dabei minieren sie während
der ersten Larvenstadien innerhalb des Blattes und bauen sich im letzten
Larvenstadium eine tütenförmige Rolle.
Eichenrindenminiermotte
Auch die Eichenrindenminiermotte gehört zu der Familie der Miniermotten.
Dabei handelt es sich um einen kleinen Falter, der vor allem in den Monaten
Juni bis Juli zu sehen ist. Die sehr flach gebauten Raupen leben als Minierer
in der Rinde von jungen Eichen. Die Segmente besitzen auf der Bauch- und
auf der Rückenseite raue Kriechplatten. Die Überwinterung erfolgt
als Raupe, die Verpuppung in der Minenkammer unter einem Seidengespinst.
Beim Eintrocknen der Rinde platzt diese auf und gibt die Falter frei.
In größerer Zahl können die Eichenrindenminiermotten einen
erheblichen Schaden hervorrufen.
© Nicole
Grabicki und Özlem Sahbudak
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Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung:
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie:
Miniermotten (Gracillariida)
Unterfamilie:
Echte Miniermotte (Gracilariinae)
Gattung:
Rosskastanienminiermotte
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Herkunft
Die Miniermotte kommt ursprünglich aus dem Balkan. Daher ist sie
auch unter dem Namen Balkan-Miniermotte bekannt. Die Miniermotte breitete
sich wellenförmig vom Balkan nach Westeuropa aus. Sie ist nicht nur
in Deutschland zu einem schwerwiegenden Problem geworden, sondern auch
in z.B. Belgien und den Niederlanden. Sie überlebt bei uns, da die
Winter meist nicht so hart sind und sie so nicht erfriert
Befall
Die Miniermotte befällt grundsätzlich die weißblütige
Rosskastanie. Die Rotblühende enthält Stoffe, die für die
Kastanienminiermotte giftig sind.
© Wiebke
Plückhahn, Halina Koschinski, Ann-Christin Schuldt, Nele Zydziak
Larven
Die Larven der Miniermotte sind abgeplattet und haben 12 Segmente. Nachdem
die Larve im Blatt ist, frisst sich einen Gang im Blatt (sie minieren)
parallel entlang eines Blattnervs, dann führt sie ihn seitlich weiter.
In den zwei weiteren Larvenstadien baut die Larve die Mine in einem Durchmesser
von bis zu acht Millimetern kreisrund aus. Im vierten und fünften
Larvenstadium sind die Larven nicht mehr abgeplattet sondern rundlich.
Die Mine der Larve kann 30 bis 40 Millimeter groß werden und zwei
Seitennerven des Kastanienblattes mit einschließen. Bei starkem
Befall des Kastanienblattes können auch Gemeinschaftsminen entstehen,
in denen sich mehrere Larven entwickeln.
Puppen
Das Stadium, in dem sich die Larven zu uhebeginnt nach der Vollendung
des fünften Larvenstadiums, die darauf folgende Ruhezeit nennt man
Puppenruhe, sie beträgt im Sommer etwa 12 manchmal sogar bis zu 16
Tagen und bei der Generation, die überwintern muss, sind es bis zu
sechs Monate.
Imago
Die ausgewachsene Miniermotte (Imago) ist etwa fünf Millimeter groß
und hat eine Vorderflügellänge von 3,5 Millimeter. Sie besitzt
außerdem lange schwarz-weiß geringelte Fühler und drei
weiße Querbänder auf den Forderflügeln. Auffällig
ist außerdem das federartige Ende der Hinterflügel. Bei der
Miniermotte gibt es in einem Jahr meistens drei sich überlappende
Generationen und zwar im Mai, Juli und September.
© Morten
Scheele, Vincent Ramin, Jermaine Guttau, Sven Schröder
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